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Das Rad des Lebens

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Rad des Lebens, Thangka


Das Rad des Lebens findet man im Eingangsbereich fast aller tibetisch buddhistischer Klöster. Es ist ein Spiegel, in dem der Mensch sich selbst erkennen kann. In der Mitte des Rades bewegen sich drei Tiere: ein Schwein, eine Schlange und ein Hahn. Jedes Tier beißt in den Schwanz des vorangehenden, so daß sie eine Kette bilden. Die Kraft, die ein Rad antreibt, setzt an seiner Nabe an. Somit bilden die drei Symbole die Triebkraft für das ganze Rad. Diese drei Triebkräfte werden im Buddhismus auch "Die Drei Unheilsamen Wurzeln" genannt. Der Hahn steht für Gier und Wollust, die Schlange für Haß und Neid, während das Schwein für Verblendung steht.

Um den Innenkreis legt sich ein zweiter Kreis, der in zwei Teile aufgeteilt ist, einen linken und einen rechten. Während die rechte Hälfte die Triebkräfte des Körpers representiert, steht die linke für die vergeistigten höheren ethischen Werte. Der nächste, dritte Ring nimmt nahezu die Hälfte des Rades ein. Zwischen den Speichen sind sechs Bereiche des Lebens dargestellt, in denen eine Wiedergeburt erfolgen kann. Die oberen drei stehen für die wünscheswerten, die unteren drei für die unbequemen Möglichkeiten einer Wiedergeburt.

1. Oben Mitte: Welt der Götter
Es ist das Reich des Genusses, der Glückseeligkeit. Da die hier lebenden Wesen nicht erleuchtet sind, laufen sie Gefahr, in ihrer Verblendung Stolz und Hochmut zuzulassen, womit sie früher oder später diesen glücklichen Zustand wieder entgleiten und in niedrigere Daseinsbereiche wiedergeboren werden.

2. Links Oben: Welt der Menschen
Im Reich der Arbeit sind die Lebewesen in Egoismus und Leidenschaften verstrickt, die Ihnen Alter, Krankheit und Tod bescheren.

3. Rechts Oben: Welt der Halbgötter
Im Reich des Kampfes sind die sehr Erfolgreichen angesiedelt. Sie sind in der Regel sehr reich, müssen aber etwas tun für dieses Dasein. Sie stehen im ständigen Streit mit den Göttern, deren Wünsche ohne Anstrengung in Erfüllung gehen.

4. Links Unten: Welt der Hungergeister
Die Hungergeister leben im Reich der unbefriedigten Begierden. Sie können wegen ihres engen Schlundes nichts zu sich nehmen und leiden unter Hunger und Durst. Die hier herschenden Kräfte sind Habgier und Geiz.

5. Rechts unten: Welt der Tiere
Im Reich der Furcht wird der Mensch aus Unwissenheit und Willensschwäche hineingeboren. Hier sind geistige Unwissenheit und Stumpfheit der Tiere anzutreffen.

6. Mitte Unten: Welt der Höllenwesen
Im Reich der Qual müssen die Lebewesen, verschuldet durch Zorn und Haß, schreckliche Torturen durch Hitze und Kälte erleiden.

Die Präsenz des Buddhas in jedem Bereich symbolisiert die Möglichkeit der Erleuchtung unter allen Gegebenheiten.

Es gibt auch Lebensräder mit nur fünf Bereichen. Hier bilden die Abschnitte der Götter und der Halbgötter einen zusammengezogenen Bereich.

Der äußere Kreis zeigt die 12 formenden Komponeneten des Daseins: Unwissenheit, gestaltende Tat, Bewußtsein, Name und Körper, die sechs Sinne, Berührung, Empfindung, Verlangen, Ergreifen, Werden und Altern, Geburt und Tod.
Gehalten wird das Rad des Lebens von Yama, dem Gott des Todes, der mit seiner unermeßlichen Kraft gegen Verblendung und Dummheit kämpft.



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